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24.07.2014

Der Grande Randonnée GR 52A

Die französischen Seealpen wurden nicht nur von Alpinisten erst spät ,entdeckt', sondern stellen auch für Wanderer aus dem deutschen Sprachraum eine Art ,Terra Incognita' dar. Kenner der Region bezeichnen jedoch gerade das Gebiet im Département Alpes-Maritimes im südöstlichsten Zipfel Frankreichs als ein wahres Paradies für Wanderer. Wo sonst kann man schon Dreitausender finden, die nur 60 Kilometer Luftlinie vom Mittelmeer entfernt sind? Wo sonst kann man bis in den Oktober hinein unter azurblauem Himmel auf ausgezeichnet angelegten Wegen wandern - ganz ohne den Rummel, der sonst vielerorts in ähnlich attraktiven Regionen herrscht?


,Le Sentier Panoramique du Mercantour', so der offizielle Name des GR52A, umrundet den 1979 geschaffenen Parc National du Mercantour und bietet, nomen est omen, oft grandiose Panoramastrecken mit Ausblicken auf den legendären Mont Bégo, den Gélas, mit 3143m höchster Berg des Départements, und die kahle Pyramide des Mont Mounier. Über ca. 230 Kilometer wandern Sie auf diesem Weg in 13 - 15 Tagen vom italienischen Valle Vermenagna auf dem Römerweg hinauf zum Col de Tende, an dem die offizielle Route des GR52A beginnt, bis nach Colmars-les-Alpes.

 

Ihr Weg führt Sie dabei durch das raue Haute Vallée de la Roya, das als Tor zum Vallée des Merveilles gilt, der zweitgrößten prähistorischen Fundstelle der Alpen, und Kunstschätze wie die Tempara-Malereien von Canavesio und Baleison in der Kapelle Notre-Dame des Fontaines beheimatet. Es geht weiter über das hoch über den Schluchten der Roya thronende malerische Bergdorf Saorge hinunter ins Moyenne Pays mit Breil-sur-Roya und Sospel, wo bereits Olivenhaine das Ortsbild bestimmen, bevor es - der südlichste Ausläufer des Mercantourparks ist umrundet - wieder nach Norden geht und damit wieder alpiner wird. Vom Col de Turini haben Sie sodann bei einem Abstecher nach Authion die wahrscheinlich schönste Aussicht auf das Mercantour-Massiv bis der Weg in das nächste Tal, ins Vallée de la Vésubie, geht. Durchstreifen Sie dann die wie auf einem Präsentierteller liegenden Bergdörfer La Bollène und Belvédère, bevor Sie die Metropole des "Suisse Nicoise", Saint-Martin-Vésubie, erreichen.

 

Während der erste Teil dieses großen französischen Wanderweges zunächst in neun Etappen dem Verlauf der Roya nach Süden und danach dem der Vésubie wieder nach Norden folgte - stehen im zweiten Teil der Wanderung innerhalb von sechs Tagen Vallée de la Vésubie, Vallée de la Tinée, Vallée du Cians, Vallée du Var und Vallée du Verdon auf dem Programm! Im Norden bietet sich fast permanent der Ausblick auf die Gipfelkette des Mercantour, und im Süden verengen sich die Täler jeweils mit den Gorges de Daluis und Gorges du Cians zu Schluchten, die kaum weniger eindrucksvoll sind als die benachbarten Gorges du Verdon. Und dazwischen verläuft der GR52A von Tal zu Tal durch Regionen, in denen die Menschen Jahrhunderte lang in fast völliger Autarkie von Ackerbau und Viehzucht lebten, steilen Hängen Ackerterrassen abrangen und kunstvolle, kilometerlange Kanäle zur Bewässerung anlegten. Geblieben sind einsame kleine Dörfer, die heute durch Abwanderung kaum mehr als eine Handvoll permanenter Bewohner aufweisen und in deutschsprachigen Reiseführern in aller Regel nicht vorkommen. Am Col de Champs auf 2045 Metern Höhe wird dann die Grenze zum benachbarten Département Alpes de Haute-Provence überschritten, sodass das gesamte Département Alpes Maritimes von Ost nach West durchquert hat, wer die Wanderung schließlich am Fort du Savoie, einer Hinterlassenschaft Vaubans als Festungsbaumeister Ludwig XIV., in Colmars-les-Alpes beendet.

 

Die Mischung aus Kultur und ursprünglicher Natur macht den Reiz dieser Wanderung aus. Auf zum Teil historischen Spuren wandern Sie von Ort zu Ort, viele davon gegründet als Stationen entlang der historischen "Salzstraßen", der transalpinen Verbindungswege zwischen dem Piemont und Nizza. Und hier finden Sie nicht nur mittlerweile etwas verblichene Relikte früheren Reichtums - sondern am Ende eines jeden Wandertages auch eine bescheidene Infrastruktur am Etappenziel. Unterwegs gibt es keine Kletterpassagen, keine ausgesetzten Stellen, aber stets gut markierte Wege - lediglich eine gute Kondition ist vonnöten, denn pro Tag sind durchschnittlich 800 Höhenmeter zu bewältigen.

 

 

Der Grande Randonnée GR 52A im fernwege.de TrailNetwork

Entdecken Sie den Grande Randonnée GR 52A in Google Earth: anhand von flächendeckenden Sattelitenbildern können Sie kostenfrei über den GR 52 fliegen, Regionen heranzoomen, Städte erforschen und Landschaften entdecken.

 

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