Von Gare de Cassagnas nach Calberte
Ein kurzer Wandertag Gare de Cassagnas ist nach seinem Bahnhof benannt – auch hier fährt die Bahn noch –, der früher das einen guten Kilometer entfernte Cassagnas bediente, in dem heute kaum noch Menschen wohnen. Auch die um den Bahnhof entstandene Ortschaft ist wenig bemerkenswert, versorgt Sie aber als einzige Ansiedlung vor dem Tagesziel heute mit dem nötigen Proviant, den Sie für 14 Kilometer durch attraktives, aber einsames, trockenes und vor allem wildes Gelände benötigen werden. Stevenson unterschätzte diese kurze Etappe und wurde in der freien Natur vom Einbruch der Dunkelheit überrascht.
Zwei Alternativen
Kurz nach dem Beginn der Etappe müssen Sie sich zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden, den Mont Mars zu umrunden: in östlicher oder westlicher Richtung. Die östliche Route, hier nehmen Sie den Verlauf des GR 72, folgt weitgehend dem Weg, den Stevenson und Modestine nahmen. Sie wandern einige Kilometer entlang der aufgegebenen Bahntrasse und dann hoch zum Col de Laupies. Vor und hinter dem Pass müssen Sie einige Kilometer unmarkierter Waldpfade nehmen und sich auf Karte und Kompass verlassen. Landschaftlich nehmen sich die Alternativen nichts, der Tag steht in jedem Fall im Zeichen der Wälder.
Schlupflöcher
Die westliche Wegstrecke ist durchgehend als GR 70 markiert, so dass ihr einfacher zu folgen ist. Westlich erreichen Sie bald den Plan de Fontmort, Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Regierungstruppen und einheimischen Katholiken gegen die protestantischen Camisards nach Aufhebung des Edikts von Nantes 1685. Ein Mahnmal erinnert heute ebenso daran wie die vielen kleinen Höhlen, in denen damals die Camisards sowie im Zweiten Weltkrieg die Résistance-Mitglieder Zuflucht fanden. Es folgt ein angenehmes Wandern unter vielen uralten Kastanien, der Weg dabei mehrfach ‚verziert’ durch noch viel ältere Menhire und durch steinerne Wegmarkierungen, die bis in prähistorische Zeit zurück reichen.







