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10.03.2010
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GR 70 - Stevenson Trail (Cevennen)

Im Herbst 1878 bepackte der Schriftsteller Robert Louis Stevenson die Eselin Modestine mit seinem Gepäck und brach in Le Puy en Velay auf, um in die Cevennen zu wandern. Wenn auch nicht so berühmt wie andere unsterbliche Werke aus Stevensons Feder, „Die Schatzinsel“ etwa oder „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr Hyde“, so erlangte sein Reisebericht „Reise mit dem Esel durch die Cevennen“ doch gerade in Wandererkreisen Bekanntheit und war sein erstes erfolgreiches Buch. Heute, nachdem die Route über hundert Jahre nur von eingefleischten Freunden dieses Buches erwandert wurde, die bei der Wegfindung zudem weitgehend auf sich selbst gestellt waren, ist es möglich, den Weg Stevensons auf einem der typischerweise gut ausgestatteten französischen Grand Randonées, dem GR70, nachzuerleben.


Und es hat sich gar nicht soviel geändert in dieser Zeit. Das Velay, das Gévaudan und auch die Cevennen – all diese Landesteile gehören zum französischen Zentralmassiv – haben sich gar nicht so sehr gewandelt seit dem neunzehnten Jahrhundert. Immer noch erwartet den Wanderer eine grüne Landschaft, von Basalten und kleinparzelliger Land- und Viehwirtschaft geprägt zunächst, dann immer wilder werdend, wenn sie sich in die Mittelgebirgslandschaft der eigentlichen Cevennen erhebt. Die einzige Großstadt der Region, Clermont-Ferrand, liegt fernab des „Chemin R.L. Stevenson“, und Weiler, Dörfer sowie allenfalls Kleinstädte sind die Siedlungsformen, die Sie berühren werden. So haben Sie Zeit und Raum, sich ganz auf sich selbst und die Natur zu besinnen, so wie Stevenson selbst es schon in einem Essay über die Vorteile des Wanderns beschrieb.

 

Die erste Hälfte des Weges, durch das Velay, das Gevaudan, das Vivarais, liegt tiefer als der größte Teil des Zentralmassivs, weist aber die gleiche Morphologie auf, wenn auch in weniger starker Ausprägung. Das gesamte Zentralmassiv ist vulkanischen Ursprungs, mit vulkanischer Aktivität bis vor etwa 10 000 Jahren, und so zeigt sich die hügelige Landschaft immer wieder durchbrochen von Felsgruppen und –blöcken und zerschnitten von Tälern. Das nimmt im zweiten Teil der Wanderung, wenn Sie die Cevennen und den gleichnamigen Nationalpark erreichen, noch zu. Neben der noch imposanteren Natur bestechen hier vor allem die Einsamkeit und die Flora mit ihren bis zu 2 200 verschiedenen Pflanzenarten. Der Weg ist in beiden Teilen meist abseits der Straßen geführt, oft werden alte Pfade des saisonalen Viehtriebs, der Transhumanz, genutzt.

 

Auch wenn die Natur im Vordergrund steht, so gibt es doch auch schöne kulturelle Sehenswürdigkeiten. Erwähnenswert sind hier in ihrer Gesamtheit besonders die Dörfer des Zentralmassivs selbst, die sich mal in Täler schmiegen, mal hoch an Hängen, Kuppen und Felsen kleben. Aber auch einzelne Sehenswürdigkeiten bereiten dem Wanderer Freude, etwa die Altstadt von Le Puy, das Schloss de Luc, das Kloster Notre Dame des Neiges und eine Reihe von Kleinoden am Wegesrand. Die Einsamkeit des Weges verlangt die Mitnahme von ausreichendem Proviant, doch ist es nie so einsam, dass Sie nicht Unterkunft am Ende des Wandertages finden. Die selbstbestimmte Einteilung der Etappen ist jedoch durch das begrenzte Angebot an Herbergen und Hotels eingeschränkt.

 

Etappen, Markierung

Zur Etappenübersicht

 

Wegübersicht

Der Weg im Überblick

 

Der GR 70 - Stevenson Trail im fernwege.de TrailNetwork

Entdecken Sie den GR 70 - Stevenson Trail in Google Earth: anhand von flächendeckenden Sattelitenbildern können Sie kostenfrei über den Kellerwaldsteig fliegen, Regionen heranzoomen, Städte erforschen und Landschaften entdecken.

 

Jetzt das fernwege.de TrailNetwork laden und losfliegen.

 


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