Vom Rifugio Granero zum Rifugio Willy Jervis
Zur Erinnerung an einen lokalen Helden Eine sehr kurze Etappe, kaum mehr als ein Spaziergang, führt vom Rifugio Granero durch das obere Val Pellice – entweder über die ‚Via dei Larici‘ oder die ‚Via delle Pietre‘ – zunächst nach Partia d’Amunt, wo die Bewohner früher ihre Höfe gemeinschaftlich bewirtschafteten. Am Ende der Strecke sind in Ciabot del Pra mittlerweile verblasste Spuren des früher recht bedeutenden Handelsweges über den Colle della Croce zu sehen. Alles andere als verblasst hingegen ist die Erinnerung an Willy Jervis, eine Symbolfigur des bürgerlichen Widerstands gegen italienischen und deutschen Faschismus.
Eine alte Erzeugergemeinschaft
[...] Von Höhenstufe zu Höhenstufe geht es abwärts, bis das hier breit ausgewaschene Bachbett überquert wird, die ‚Via delle Pietre‘ von links einmündet und Partia d‘Amunt (1 750 m) erreicht ist. ‚Partia‘ bedeutet ‚Gesellschaft‘, und ‚Amunt‘ heißt ‚auf dem Berg‘, und als Gemeinschaft haben hier oben die Hirten zusammen ihre Häuser gebaut, gemeinsam haben sie das Vieh gehütet und gemeinsam Käse hergestellt. Manche der Häuser sind halb verfallen, andere frisch renoviert. Aber alle sind aus Naturstein und haben bis fast auf den Boden hinuntergezogene Dächer, gedeckt mit groben, grauen Schieferschindeln, den typischen lauzes. In einigen Hütten sind heute Hofläden untergebracht, in denen man Ricotta und Käse kaufen kann. [...]
Eine Hochebene entsteht
[...] Ein Weg ‚ohne besondere Vorkommnisse‘, der durch die Conca del Prà führt. Diese Hochebene wirkt wie jede andere auch – wenn man sich ihr von Süden nähert. Kommt man jedoch aus Norden, von Villanova, durch die sehr enge Pelliceschlucht herauf, ist es sehr beeindruckend, wie sich die Landschaft auf einmal vollkommen abrupt ändert. Als sich die Gletscher, die es hier einmal gab, zurückzogen, hinterließen sie einen Moränenwall, was dazu führte, dass sich in dem frisch geformten Becken das Wasser der abfließenden Bäche staute und sich ein See füllte. Als dieser verlandete, entstand hier ein circa drei Kilometer langes und 500 Meter breites Areal mit fruchtbarem Weideland, die Conca del Pra. [...]







