26.05.2012
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FAQ: Apotheke, Kamera, GPS, Kosten ...


Was gehört in die Wanderapotheke und den Kulturbeutel?

Wir von fernwege.de sind keine Mediziner, weshalb Sie das Folgende nur als Tipps von Wanderern für Wanderer verstehen dürfen. In jedem Fall sollten Sie sich vor Aufnahme einer längeren Pilgerschaft mit Ihrem Hausarzt dahingehend besprechen, ob es für Sie irgendetwas zu beachten gibt, bzw. ob nicht sogar ernsthafte Bedenken gegen diese doch körperlich auf jeden Fall anstrengende Tour bestehen.

 

Auch für die Wanderapotheke gilt, Überflüssiges vermeiden, weshalb von der günstigen Literflasche Sonnenmilch abzuraten ist. Also sollten Sie neben den persönlich nötigen Medikamenten nur etwas Verbands- und Pflastermaterial, ein Fieber- und Schmerzmittel, Sonnencreme, fettende Salbe (für Füße und Hände), Mücken- und Zeckenschutz, ein kühlendes Gel (falls die Mücken doch durchkamen), ein Mittel gegen Durchfall sowie Pinzette und Schere mitnehmen. Ob man auch Mineralien, etwa Magnesium gegen Muskelkater, mitführt, ist eine persönliche Entscheidung. Eigentlich sollte die eigene Fitness für diesen Weg so gut sein, dass man auch darauf verzichten kann.

 

Impfungen! Sie fahren zwar nicht in die exotischen Tropen, wenn Sie auf dem Jakobsweg pilgern, aber ein guter Impfschutz ist sowieso anzuraten. Insbesondere sollten Sie vor Tetanus und Hepatitis A geschützt sein. Führt der Weg durch die entsprechenden Gebiete, ist ein Schutz vor der von Zecken übertragenen Hirnhautentzündung FSME sehr wichtig. Informationen zu reiserelevanten Impfungen und anderen medizinischen Themen unterwegs finden Sie bspw. beim Centrum für Reisemedizin (www.crm.de).

 

Bei den Hygienartikeln sollten Sie vor allem bedenken, dass Sie alles problemlos unterwegs für wenig Geld nachkaufen können. Geringe Mengen sind also das oberste Gebot. Ein Deostift sollte ausreichen, die komplette Armanikollektion ist wirklich unnötig. Seife und Zahnpasta reichen in einmaliger Ausfertigung. Die Herren benötigen einen Nassrasierer und Rasierschaum. Letzteren gibt es auch am Stück und nicht nur in der 500ml-Sprühflasche. Wichtig ist Handwaschmittel, da Sie es jeden Abend brauchen werden. Trotzdem reicht eine Tube, denn Ersatz gibt es in jedem Supermarkt. Denken Sie auch an Nadel und Faden für die kleine Reparatur zwischendurch. Eine Checkliste finden Sie hier.

 

Technische Ausrüstung

Was Sie an Technik benötigen, wissen Sie selbst am besten. Ob es ausreicht, eine wenige Gramm wiegende Digitalkompaktkamera mit sich zu führen oder ob es die SLR mit drei Objektiven und ein Toughbook zur Weiterverarbeitung und zum Tagebuchführen sein muss, ist eine persönliche Entscheidung; schließlich müssen Sie es tragen. Bedenken Sie aber, dass die Stromversorgung zum Aufladen von Akkus nicht an jedem Etappenziel gewährleistet ist.

 

Mancher Pilger mag sich auch darauf freuen, sich des Handys für ein paar Wochen zu entledigen. Aber das Handy kann im Notfall für Sie und andere auch sehr nützlich sein. Die Netzabdeckung ist jedenfalls in allen Jakobswegeregionen so gut, dass eigentlich immer ein Empfang möglich sein sollte.

 

Immer beliebter und gerade in einsamem Gelände nützlich, etwa dem französischen Zentralmassiv, sind GPS-Empfangsgeräte. Zumal es einfach ist, für alle Routen GPS-Tracks zu bekommen. Machen Sie sich jedoch bei der Orientierung nicht alleine von ihnen abhängig. Ein Kompass und detaillierte Karten gehören immer mit dazu! GPS-Geräte können kaputt- oder an Strommangel eingehen.

 

Was kostet das alles?

Die Kosten für eine Pilgerschaft auf dem Jakobsweg hängen natürlich in erster Linie von der Länge des Weges ab. Als Fixkosten müssen Sie die Ausrüstung einrechnen, sofern Sie sie nicht schon besitzen. Aber auch dann wird sicherlich ein Paar gute Schuhe ‚dran glauben’ müssen, so dass Sie Ersatz benötigen.

 

Wie beim Thema Ausrüstung erwähnt sollten sie an Schuhen, Funktionswäsche und Rucksack keinesfalls sparen und wirklich gute Sachen wählen. Trotzdem sollte es möglich sein, die komplette Ausrüstung für etwa 1000 Euro anzuschaffen. Andererseits können Sie natürlich auch mehr schon für eine einzige Jacke ausgeben, nötig ist das jedoch nicht.

 

Sie haben auf den spanischen Jakobswegen eigentlich immer die Möglichkeit, in Herbergen zu nächtigen und günstig zu essen. In Frankreich stehen Ihnen meist günstige Gites d´Etape zur Verfügung (das Herbergennetz ist hier noch nicht so dicht). In beiden Ländern dürfte es gelingen, mit Tagesausgaben von 20 Euro hinzukommen. In Deutschland und der Schweiz kann es etwas teurer werden.

 

Dann sind natürlich die Anreisekosten zu veranschlagen. Alle wichtigen An- und Abfahrtspunkte sind mit der Bahn zu erreichen. In Spanien und Südfrankreich werden die Ausgangspunkte und Santiago auch von Billigfliegern bedient. Informationen dazu finden Sie hier.