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26.05.2012
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FAQ Ausrüstung: Basis, Kleidung, Kosten ...


Grundsätzliches

Weniger ist mehr! Sie sollten für jedes Gepäckstück genau überlegen, ob Sie es wirklich benötigen. Es ist bei Nutzung moderner und qualitativ hochwertiger Ausrüstung heutzutage leicht, das Gepäckgewicht deutlich unter 10 Kilogramm zu halten. Wenn sich doch Dinge als überzählig herausstellen, so können Sie sie verschenken oder in den Herbergen lassen. Mancher Pilger mag es Ihnen danken.

 

Denken Sie daran, dass Sie auf den Jakobswegen durch hoch entwickelte westliche Länder pilgern, die Unterkunft, Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten nicht überall, aber regelmäßig zur Verfügung stellen. Es ist also nicht nötig, sich mit zehn Tüten Müslikeksen, 5 Liter fassenden (also 5,5 kg schweren) Wasserbehältern und 20 Ersatzbatterien für Kamera und Handy zu belasten.

 

Hape Kerkeling und andere Autorinnen und Autoren berichten anschaulich, dass insbesondere Kleidung auf einer langen Pilgerschaft regelrecht verbraucht wird. Sie können Spezialausrüstung wie Funktions(unter)wäsche oder die gewohnte, in Spanien und Frankreich nicht erhältliche Zahncreme auch postlagernd vorausschicken. Erfahrene Pilger nutzen diese Möglichkeit oft.

 

Bedenken Sie die zu erwartende Witterung und dass Sie bei einer ausgedehnten Pilgerschaft auch durch verschiedene Klimata kommen können. Dies gilt insbesondere in Frühjahr und Herbst und wenn Sie längere Nord-Süd-Strecken bewältigen, etwa von Deutschland nach Südfrankreich. Hier kann es auch wieder sinnvoll sein, die Post zu nutzen, um die leichte Regenjacke voraus und die schwere Allwetterjacke nach Hause zu schicken.

 

Die auf fernwege.de vorgestellten Jakobswegerouten sind so gestaltet, dass sich Tagesetappen immer so zusammenstellen lassen, dass die Tagesziele in Ortschaften mit Übernachtungsmöglichkeit enden. Es ist also nicht nötig, Campingausrüstung mitzuführen. Zudem ist wildes Zelten nicht überall erlaubt. Es lässt sich auch nicht für alle einzelnen Länder pauschal sagen, ob es erlaubt ist, da die Regelungen oft kommunal gelten. Und in Spanien ist wildes Campen generell verboten, auch wenn man hören kann, dass dies regional nicht immer mit Nachhaltigkeit verfolgt wird.

 

Grundausrüstung

Das wichtigste Ausrüstungsteil ist der Rucksack. Leichte, passgenaue (auch für die weibliche Anatomie angepasste) und doch stabile Modelle sind teurer, lohnen aber in jedem Fall. Sie tragen das Ding eventuell tausend und mehr Kilometer auf dem Rücken und der sollte Ihnen etwas wert sein. Falsche Rucksäcke können wie schlechtes Schuhwerk ein Grund sein, abbrechen zu müssen.

 

Ansonst gilt auch für die Grundausrüstung: sparen! Wasserflasche oder Wassersack (wiegt am wenigsten, passt sich an den Körper an) sind das zweitwichtigste Utensil, sollten aber weder zu voluminös noch zu klein gewählt werden. Einerseits wandern Sie zwar nicht durch die Wüste, haben aber andererseits in Spanien Streckenabschnitte vor sich, die über Stunden bei großer Hitze durch wüstenartige Landschaften führen. (Im Zweifelsfall sollten Sie an solchen Tagen beim Aufbruch zwei oder drei Liter Mineralwasser vor Ort kaufen und dann zuerst trinken und die Flaschen umweltgerecht entsorgen.)

 

Der Rest der Grundausrüstung besteht aus Sonnenbrille, Taschenmesser, Kompass, Sekundenkleber (sehr gut für die ambulante Schuhreparatur), verlustsicherem Behältnis für Papiere und Geld, ein paar Müllsäcken, Faltschüssel, Wäscheleine und Kulturbeutel mit Wanderapotheke. Eine Liste finden Sie hier. Isomatte, Zelt, Schlafsack usw. brauchen Sie eigentlich auf den Jakobswegen nicht, da ausreichende Unterkünfte am Weg vorhanden sind. Vielfach ist wildes Campen auch verboten.

 

Fehlen nur noch die Papiere: Ihre und die Unterlagen für den Weg. Denken Sie also einerseits an Reisepass / Personalausweis, Kreditkarte, evtl. Führerschein, Versicherungsunterlagen sowie Reisetickets und Bahnkarte. Und andererseits an Wanderführer, Wanderkarten, Übersichtskarte, Tagebuch (auch wenn Sie sonst keines führen, kann dies gerade auf einer Pilgerschaft sehr wichtig werden) und Schreibzeug.

 

Welche Kleidung benötige ich?

Ihr wichtigstes Kapital auf dem Weg sind Ihre Füße. Die sollten Sie unbedingt in feste, gute und gut eingelaufene Wanderschuhe kleiden. Ersatz mitzuführen, ist nicht nötig, denn unterwegs finden Sie im Eventualfall Schuhmacher, die mit Reparaturen aushelfen können. Für sich lösende Sohlen lohnt es sich, etwas Sekundenkleber mitzunehmen, das reicht bis zum nächsten Schuster. Eventuell lohnt es sich, für die Herbergen und Hotels ein paar Schlappen mitzunehmen.

 

Der zweite wichtige Aspekt beim Thema Kleidung ist der Schutz. Die Art des Schutzes hängt von Strecke und Jahreszeit ab. In jedem Fall sollten Sie aber beachten, dass eine Jacke dabei ist, die bei möglichst geringem Gewicht noch ausreichenden Kälte- und Regenschutz bietet. Wichtig ist auch der Sonnenschutz für den Kopf und auch für T-Shirts und Hosen sollten Sie Materialien wählen, die UV-Schutz bieten. Denken Sie auch an ein Halstuch zum Schutz vor Sonne und Kälte.

 

Es reicht dann aber völlig aus, zwei, maximal drei Garnituren an Strümpfen, Unterwäsche und T-Shirts mitzuführen (eine zum Tragen, eine zum Wechseln, einmal Reserve). Dazu kommen nur noch eine Hose, am besten mit abnehmbaren Beinen, und ein Pullover oder dickes Hemd. Funktionswäsche lässt sich gut von Hand waschen, trocknet schnell und ist leicht.